Aktueller Rundbrief: Ausgabe 4 – April 2022

Hier steht Ihnen der monatliche Rundbrief der BTK-Geschäftsstelle mit Aktuellem rund um die Bundestierärztekammer und den tierärztlichen Beruf zur Verfügung.

 

BTK betont hohes Engagement des Berufsstands

Tierarztkosten sind viel zu hoch, überhaupt nicht nachvollziehbar und Tierärzt:innen absolute Abzocker. Das meinen anscheinend einige Tierhalter:innen, wenn man die Beschwerde-E-Mails liest, die in der Geschäftsstelle der Bundestierärztekammer (BTK) eingehen. Die BTK hat den „Tag der Tierärzte“ am 30. April zum Anlass genommen, um zu diesen Aussagen Stellung zu nehmen und allen Kolleg:innen für ihre wundervolle Arbeit zu danken. Denn es ist nicht einfach, die hohen Ansprüche der Tierhalter:innen an Qualität und Öffnungszeiten zu erfüllen und trotzdem ein angemessenes Einkommen zu erzielen.

Der Präsident der BTK, Dr. Uwe Tiedemann, musste in seinem Praxisalltag schon das eine oder andere unangenehme Gespräch mit Tierbesitzer:innen führen, weil sie von den bevorstehenden Kosten für eine Behandlung völlig überrascht waren. Dr. Tiedemann machen solche falschen und übertriebenen Aussagen zu Tierarztkosten traurig. „Denn jeder Mensch, der sich für ein Tier entscheidet, sollte sich vorher darüber im Klaren sein, dass dieses Tier auch Kosten verursachen kann“, meint Dr. Tiedemann. Diese Kosten sind in der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ganz klar geregelt und ein Abzocken somit unwahrscheinlich.

Ein weiterer großer Kritikpunkt sind die Kosten im Notdienst. Die BTK klärt die Tierhalter:innen darüber auf, dass z. B. aufgrund der Bereitstellung des Personals für den Notdienst die Kosten für eine Notfallbehandlung um ein Mehrfaches über denen einer Behandlung innerhalb der normalen Sprechzeiten liegen. Für Tierarztpraxen sei der Notdienst oftmals belastend und trotz der in der GOT festgelegten Gebühren nicht rentabel. Das liege zum einen an Personalproblemen, die einen enormen Arbeitsdruck verursachen, und zum anderen auch an den hohen Kosten, die z. B. durch Zuschläge wegen Nachtarbeit entstehen. Allzu oft wollen Tierhalter:innen diese nicht bezahlen, weiß der BTK-Präsident. Dieses Konfliktpotenzial könne dazu führen, dass Praxen die Dienstbereitschaft reduzieren und Tierkliniken ihren Klinikstatus aufgeben, um keine Bereitschaft mehr leisten zu müssen. Das könnte im schlimmsten Fall die Versorgung der tierischen Patienten gefährden.

Die BTK bittet, die Arbeit der praktizierenden Tierärzteschaft, die sich täglich für die Gesunderhaltung der geliebten Haustiere engagiert, zu schätzen und auch zu honorieren.

· BTK-Pressemitteilung „Tierärzte sind keine Abzocker“ (28.04.2022)

 

Petition: Würdige Pferdekremierung – ohne Genehmigungsvorbehalt

Seit Inkrafttreten des Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetztes (TierNebG) im Jahr 2017 sind gemäß § 4 Ausnahmen zur grundsätzlichen Beseitigungspflicht von Tierischen Nebenprodukten (TNP) vorgesehen, nämlich die Verbrennung („Kremierung“) von Heimtieren und Equiden. Dabei unterliegt die Verbrennung von Equiden – anders als die Verbrennung von Heimtieren – einer Einzelfall-Genehmigungspflicht der zuständigen Behörde. Begründet wird diese Reglementierung mit Aspekten der „Tiergesundheit“ bzw. „Tierseuchenbekämpfung“.

Wie aus der täglichen Praxis berichtet wird, führt diese Genehmigungsverpflichtung jedoch häufig zu einer Verzögerung der Abholung des Tierkörpers (Antrag durch die Tierhalter:innen, Bearbeitung durch das zuständige Veterinäramt, wo ein weiteres Sachgebiet beteiligt werden muss). Für die Genehmigung (Bescheid) ist darüber hinaus regelmäßig ein weiteres Sachgebiet im Landratsamt zu beteiligen. Insbesondere beim Tod eines Equiden am Wochenende oder während Feiertagen kann sich das Vorliegen der Genehmigung (Bescheid) mitunter sehr verzögern. In der Petition „Würdige Pferdekremierung – ohne Genehmigungsvorbehalt“ wird daher die Aufhebung des Genehmigungsvorbehalts gefordert. Begründet wird dies u. a. damit, dass der Herkunftsbestand des toten Equiden, sollte dort eine Tierseuche ausgebrochen sein oder der Verdacht einer Tierseuche bestehen, ohnehin bereits durch die zuständige Veterinärverwaltung reglementiert ist.

Zur Petition: https://weact.campact.de/petitions/wurdige-pferdekremierung-ohne-genehmigungsvorbehalt

 

Vets for Ukraine Pets-Programm 

FVE (Federation of Veterinarians of Europe) und FECAVA (European Federation of Companion Animal Veterinary Associations) haben mit Unterstützung der Humane Society International (HSI) und ihrer Partner das Vets for Ukraine Pets-Programm gestartet. Dieses Programm ermöglicht es Tierärzt:innen aus 38 Ländern, einschließlich Deutschland, die tierärztliche Behandlung von Tieren von Flüchtlingen aus der Ukraine erstattet zu bekommen.

Behandeln Tierärzt:innen ein Tier eines Flüchtlings, können sie einen Antrag auf Kostenerstattung ausfüllen. Die Vets for Ukraine Pets übernehmen die Behandlungskosten bis zu 250,00 € pro Tier von max. fünf Tieren (Hund, Katze, anderes Heimtier oder Pferd) pro Tierarzt/Tierärztin (unabhängig von der Praxis/Klinik). Weitere Informationen zur Funktionsweise unter: https://apply.vetsforukraine.com/how-it-works/ Vorbehaltlich des Budgets wird diese Unterstützung voraussichtlich bis zum 21.05.2022 zur Verfügung stehen.

Um eine Erstattung zu erhalten, muss ein Antragsformular ausgefüllt werden. Das Passwort zum Ausfüllen dieses Antragsformulars ist für Tierärzt:innen auf der BTK-Webseite im geschützten Bereich hinterlegt (s. Meldung auf der Startseite unter https://bundestieraerztekammer.de/).

 

 

ESCCAP-Factsheet zur Rohfleisch-basierten Ernährung von Hunden und Katzen 

Der Trend, Hunde und Katzen mit rohen, fleischbasierten Futtermitteln zu ernähren, beruht auf der Absicht, den Tieren eine natürliche Nahrung anzubieten. Zum rohen Futter, auch BARF („Bone and Raw Food“ oder „Biologisch Artgerechte Rohfütterung“) genannt, gehören nicht nur rohes Fleisch, Innereien oder rohe Knochen. Auch Obst, Gemüse, Öle, Nüsse, Samen und Nahrungs-ergänzungsmittel stehen möglicherweise auf dem Speiseplan von Hunden und Katzen.

Tierhalter:innen, die ihre Hunde und Katzen mit der BARF-Methode ernähren möchten, wird empfohlen, sich umfassend zu informieren und sich der potenziellen Gesundheitsrisiken bewusst zu sein. Bei einer selbst zubereiteten Rohkost ist es wichtig, auf eine ausgewogene Zusammensetzung zu achten, sodass essenzielle Nährstoffe im Futter enthalten sind. Zudem bedarf das Zubereiten von rohem Fleisch eines sachkundigen Umgangs, um Infektionskrankheiten zu vermeiden.

Mehr Informationen zur Rohfütterung von Hunden und Katzen gibt es im neuen ESCCAP-Factsheet „Rohfleisch-basierte Ernährung“.

 

TiHo erhält internationalen Tierschutzpreis

Die Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover gehört zu den Gewinnern des Global Animal Welfare Awards 2021, die die World Veterinary Association während des 37. Welttierärztekongresses in Abu Dhabi vergab. Die TiHo erhält die Auszeichnung in der Kategorie der veterinärmedizinischen Ausbildungsstätten für ihr vorbildliches Engagement für den Tierschutz. TiHo-Präsident Dr. Gerhard Greif nahm die Auszeichnung für die TiHo in Abu Dhabi entgegen.

Der Animal Welfare Award sei eine besondere Würdigung aller TiHo-Angehörigen, die sich in ihrer Arbeit auf den verschiedenen Gebieten für den Schutz und das Wohlergehen von Tieren einsetzen, sagte Greif. Die World Veterinary Association würdigte besonders die Vorreiterrolle der TiHo in Sachen Tierschutz und Forschung. Die Universität sei zudem führend in der Entwicklung von Alternativ- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen und richtete 2009 das erste nationale Zentrum für diese Disziplin ein.

Die TiHo hat dieses Virtuelle Zentrum für Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch gegründet, um den Einsatz von Tieren in der Forschung zu reduzieren und Tierversuche zu vermeiden. Auf einer Informations- und Schulungsplattform sammelt und erklärt die TiHo online für Forschende, technisches Personal und interessierte Laien Alternativmethoden zum Tierversuch für unterschiedliche Anwendungsbereiche.

· Pressemitteilung der TiHo (30.03.2022)

 

Neuer Flyer informiert Hobbyhalter über Geflügelpestprävention

Orientierung für Hobbygeflügelhalter:innen bei der Geflügelpestprävention bietet ein neuer Informationsflyer, den das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium herausgebracht hat. Nach Angaben des Agrarressorts bündelt die Broschüre wichtige Informationen zur Geflügelpest und den erforderlichen Vorsorgemaßnahmen. Adressiert sei er speziell an solche Tierhalter:innen, die nicht in einem Verband organisiert sind.

Ziel sei es, unmittelbar und bestmöglich vorbeugende Maßnahmen in Geflügelbeständen umzusetzen, um weitere Einträge des Virus zu verhindern und einer Weiterverbreitung der Tierseuche von Bestand zu Bestand aktiv entgegenzuwirken. Dies gelinge nur, wenn alle Geflügelhalter:innen, also in Hobby- und erwerbsmäßigen Nutztierhaltungen, weiterhin höchste Achtsamkeit und Sorgfalt walten ließen.

Der Flyer ist laut Ministerium in gedruckter Form bei den Veterinärämtern in allen Kreisen und kreisfreien Städten des Landes Nordrhein-Westfalen erhältlich.

· Download Flyer

· Quelle: AgE 12

 

4. TPT-Tagung in Fulda

Am 24./25.06.2022 findet im Parkhotel Kolpinghaus in Fulda die vierte Tagung der Tierärztlichen Plattform Tierschutz (TPT) zum Thema „Tierschutz und Lebensmittelsicherheit am Schlachthof – Was muss sich ändern?“ statt.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://bundestieraerztekammer.de/btk/tpt/

· Flyer 4. TPT-Tagung

 


Inhalte Deutsches Tierärzteblatt Mai 2022

 

29. Deutscher Tierärztetag

Die Leiterinnen und Leiter der insgesamt vier Arbeitskreise des 29. Deutschen Tierärztetags, der am 15./16.09.2022 in Berlin stattfindet, haben die geplanten thematischen Schwerpunkte für die Diskussionen vor Ort in sog. Thesen zusammengefasst, die hier vorgestellt werden.

Herpes-Impfpflicht für Turnierpferde

Hier geht Dr. Michael Köhler auf die Entscheidung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zur Einführung der Herpes-Impfpflicht für Turnierpferde ein.

Bericht aus dem BMEL

Anlässlich der Frühjahrs-Delegiertenversammlung der BTK berichtete Ministerialdirigent Dr. Dietrich Rassow über die für die Veterinärmedizin relevanten Arbeitsschwerpunkte im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Impfung von Fischen

Die Ständige Impfkommission Veterinär (StIKo Vet) stellt hier die Anfang des Jahres veröffentlichte Impfleitlinie für Fische vor.

 

Termine 2022

29. April BTK-Ausschuss für Versuchstierkunde

Videokonferenz

23./24. Mai Geschäftsführerkonferenz der BTK-Mitgliedsorganisationen

Saarlouis

9. Juni AG Telemedizin

Berlin

27. Juni ATF-Vorstandssitzung

Berlin/Videokonferenz

28. Juni Bundesweiterbildungsarbeitskreis

Hannover

5. Juli BTK-Finanz- und Haushaltsausschuss

Berlin/Videokonferenz

13. September Erweitertes Präsidium

Berlin

14. September Herbst-Delegiertenversammlung

Berlin

14. September ATF-Mitgliederversammlung/Beiratssitzung

Berlin

15./16. September 29. Deutscher Tierärztetag

Berlin

Termine 2023

 
23./24. März Erweitertes Präsidium

Berlin

24./25. März

Frühjahrs-Delegiertenversammlung Berlin

5./6. Oktober

Erweitertes Präsidium Berlin

6./7. Oktober

Herbst-Delegiertenversammlung Berlin



Termine ATF-Fortbildungen/Gemeinschaftsveranstaltungen

Präsenzveranstaltungen

Online-Fortbildungen

 

 

Bleiben Sie gesund!

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihre BTK-Geschäftsstelle

 

*Quellen der jeweiligen Artikel sind die angegebenen Links.