Aktueller Rundbrief: Ausgabe 7 – September 2018

Hier steht Ihnen der monatliche Rundbrief der BTK-Geschäftsstelle mit Aktuellem rund um die Bundestierärztekammer und den tierärztlichen Beruf zur Verfügung.

28. DEUTSCHER TIERÄRZTETAG

Auf dem wichtigsten standespolitischen Treffen der deutschen Tierärzteschaft diskutierten über 300 Tierärzte in drei Arbeitskreisen über die Zukunft der Tierärzteschaft. Im Ergebnis der sehr konstruktiven Diskussionen in den Arbeitskreisen „Kleintierpraxis 2030", „Nutztierpraxis 2030" sowie „Amtstierarzt 2030", konnte die Hauptversammlung des Deutschen Tierärztetags Forderungen an die Politik und den tierärztlichen Berufsstand beschließen.

„Kleintierpraxis 2030":
Der Fokus im Arbeitskreis 1 lag auf der tierärztlichen Ausbildung und der strukturellen Situation in der Kleintierpraxis. Den Kleintierpraktikern lag besonders eine realistische Vorstellung des Berufs der jungen, meist weiblichen, Kollegen am Herzen. Es gilt die hohen Ansprüche der Tierhalter an Qualität und Öffnungszeiten zu erfüllen und trotzdem ein angemessenes Einkommen zu erzielen. Gefordert wurden beispielsweise eine kostendeckende Notdienstgebühr und der Abschluss von Tierkrankenversicherungen.

„Nutztierpraxis 2030":
Die tierärztliche Bestandsbetreuung und Praxis verändert sich durch den Einfluss von Automatisierung und Digitalisierung in der Tierhaltung und Tiermedizin rasant. Ebenso stellt der fortschreitende Strukturwandel in der Tierhaltung hin zu größer werdenden Einheiten eine große Herausforderung an die Betreuung der Betriebe dar. Nicht zuletzt beeinflusst die gesellschaftliche Diskussion um die Tierhaltung, den Tierschutz und die Arzneimittelsicherheit die Entwicklung des Berufs. Die erarbeiteten Forderungen zielen auf den Erhalt einer flächendeckenden tierärztlichen Versorgung der Nutztierbestände ab.

„Amtstierarzt 2030":
Die voranschreitende Digitalisierung, neue Produktionsmethoden und Tierhaltungsbedingungen sind nur ein paar der Veränderungen im Aufgabenbereich eines Amtstierarztes, die es zu bewältigen gilt. Um für bereits jetzt erkannte Schwierigkeiten funktionierende Lösungen anzubieten und Amtstierärzte auf die Zukunftsanforderungen vorzubereiten, wurden Forderungen zur personellen und technischen Ausstattung sowie zur Arbeitssicherheit, zur Fort- und Weiterbildung und zur Rechtssetzung formuliert.
Der Deutsche Tierärztetag findet alle drei Jahre statt – in diesem Jahr tagten die Veterinäre in Dresden. Von der BTK organisiert, standen am 13. und 14. September in der sächsischen Landeshauptstadt fachliche und berufspolitische Themen auf dem Programm. Über die Forderungen und Beschlüsse des 28. Deutschen Tierärztetags stimmten die Delegierten aus den 17 Landes-/Tierärztekammern und Beobachterorganisationen ab.

Im Rahmen des Festabends am Donnerstag, den 13. September wurde Prof. Dr. Thomas Blaha für sein außergewöhnliches Engagement auf nationaler und internationaler Ebene für Tierschutz, Wissenschaft und den tierärztlichen Berufsstand mit der Robert-von-Ostertag-Plakette ausgezeichnet.

Pressemitteilung und Forderungen des 28. Deutschen Tierärztetags
Beschlüsse der Arbeitskreise
Fotos vom Deutschen Tierärztetag

 

ASP BEI TOTEN WILDSCHWEINEN IN BELGIEN FESTGESTELLT

In Belgien, ca. 60 km von der deutschen Grenze entfernt, wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei toten Wildschweinen festgestellt. Nach Angabe der belgischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (AFSCA) wurde der Erreger am 13. September in zwei Wildschweinen in der Gemeinde Etalle in der Provinz Luxemburg nachgewiesen. Am 16. September bestätigten die zuständigen Behörden das Virus bei drei weiteren Wildschweinen in der gleichen Region. Die Behörden in Wallonien wurden angewiesen, die erforderlichen Hygienemaßnahmen umzusetzen.
Die AFSCA betonte, dass von der ASP bisher keine Nutztierbestände in Belgien betroffen seien.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) steht in Kontakt mit den belgischen Behörden und der EU-Kommission. Ein im Juni auf den Weg gebrachtes Gesetz, mit dem die bestehenden Bekämpfungsmaßnahmen ergänzt werden sollen, stehe kurz vor dem Abschluss, teilte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit. Das Ressort wies erneut auf die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in den Schweine haltenden Betrieben hin und auf die Vorgaben der Schweinehaltungshygieneverordnung. Zudem werden die Jagdausübungsberechtigten aufgefordert, verendet aufgefundene Wildschweine den jeweils zuständigen Behörde anzuzeigen, um eine entsprechende Untersuchung sicherzustellen.

Artikel agrarheute
Informationen des BMEL

 

ENTSCHLIEßUNG DES BUNDESRATES ZUR TÄHAV

Aus der Stellungnahme der Bundesregierung zur Entschließung des Bundesrates zur zweiten Verordnung zur Änderung der Verordnung über tierärztliche Hausapotheken (TÄHAV) geht hervor, dass die Regierung entgegen dem Wunsch des Bundesrates keine Möglichkeit sieht, gegen Rabatte bei der Abnahme großer Mengen an Antibiotika vorzugehen. Ein Gutachten zur Überprüfung der Rabattierung bei der Abgabe von Tierarzneimitteln aus dem Jahre 2017 kam zu dem Ergebnis, dass kein Zusammenhang zwischen der Rabattgewährung und dem Verschreibungsverhalten von Tierärzten hinsichtlich Tierarzneimitteln nachgewiesen werden kann. Auch bei der vom Bundesrat geforderten Auflistung von sog. „Reserveantibiotika", die ausschließlich der Behandlung des Menschen vorbehalten sein sollen, sieht die Bundesregierung keinen Handlungsbedarf. Das wird mit der neuen EU-Tierarzneimittelverordnung, die nach Anfang 2019 in Kraft treten und ab 2022 anzuwenden sein wird, begründet. Laut dieser Verordnung werde die EU-Kommission einen Durchführungsrechtsakt erlassen, mit dem die „Reserveantibiotika" bestimmt werden.

Stellungnahme der Bundesregierung

 

STUDIE: TIERKRANKENVERSICHERUNGEN BEI HUNDEN UND KATZEN

Im Rahmen eines Dissertationsprojekts an der Ludwig-Maximilians-Universität München führt Davina Zenz-Spitzweg eine Studie zum Thema „Tierkrankenversicherungen bei Hunden und Katzen" durch. Tierärztinnen und Tierärzte sind herzlich dazu eingeladen, an dieser Studie teilzunehmen.

Die Datenerhebung ist anonym und wird nach den Bestimmungen des Datenschutzes durchgeführt. Die Bearbeitungszeit beträgt ca. 5 Minuten.

Link zur Studie: https://www.unipark.de/uc/tkva/

Kontakt: D.Zenzspitzweg@campus.lmu.de

 

TIERMEDIZINSTUDIUM WEITERHIN BELIEBT

Die Nachfrage nach Studienplätzen an den tiermedizinischen Fakultäten in Berlin, Gießen, Hannover, Leipzig und München ist weiterhin hoch. Auf die 1.076 Studienplätze kamen laut hochschulstart.de 4.244 Bewerber. Aber nicht nur die Veterinärmedizin erfreut sich unter den Heilberufen höchster Beliebtheit – auch bei der Humanmedizin bzw. Zahnmedizin ist die Bewerberzahl um vieles höher als die verfügbaren Studienplätze in Deutschland.

Artikel auf Vetion

 

DEUTSCHLANDWEITE UMFRAGE: TIERMEDIZIN IM WANDEL: WIE ZUFRIEDEN SIND SIE WIRKLICH?

Im Jahr 2017 wurden in der Studie von Dr. J. Kersebohm die Arbeitsbedingungen und Zufriedenheit der praktisch tätigen Tiermediziner in Deutschland beschrieben. In einer Folgestudie sollen nun die Arbeitssituation und die Zufriedenheit der nicht-kurativ tätigen Tiermediziner erfasst werden, um der Diversität des Berufs gerecht zu werden und die Tierärzteschaft als Gesamtheit betrachten zu können.

Die aktuelle Studie wird an der Freien Universität Berlin im Rahmen der Dissertation von Maren Ewert durchgeführt. Ziel ist es, Arbeitsbedingungen und Zufriedenheit aller Tiermediziner zu erfassen, auszuwerten und daraus Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit und zur Verbesserung der veterinärmedizinischen Ausbildung abzuleiten. Die Umfrage ist anonym und wissenschaftlich fundiert, alle erhobenen Daten werden systematisch statistisch ausgewertet und zusammenfassend publiziert. Rückschlüsse auf Einzelpersonen sind nicht möglich.

Das Beantworten der im Oktober und November 2018 laufenden Umfrage dauert ca. 20 Minuten.

Zur Umfrage: www.zufriedenheit-tieraerzte.de

 

ÜBERGANGSFRIST FÜR DIE BETÄUBUNGSLOSE FERKELKASTRATION ABGELEHNT

Der Agrarausschuss des Bundesrates hat eine Übergangsfrist für die betäubungslose Ferkelkastration mehrheitlich abgelehnt. Ein Antrag von Baden-Württemberg zielte darauf ab, das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration bis drei Monate nach Marktverfügbarkeit geeigneter Narkosemittel, längstens jedoch um maximal drei Jahre bis Ende 2021 auszusetzen. Dieser Antrag scheiterte jedoch.
Ein Inkrafttreten des Verbots der betäubungslosen Ferkelkastration zum 01.01.2019 würde dem Land zufolge zu erheblichen Strukturveränderungen in der Schweinehaltung führen und die Ferkelproduktion einbrechen lassen. Ähnlich hat auch Niedersachsen in seinem Antrag für eine dreijährige Übergangsfrist plädiert, verfehlte aber ebenfalls die Mehrheit. Kaum Unterstützung fand der bayerische Gesetzentwurf für eine Aussetzung des Verbots um fünf Jahre bis Ende 2023. Dies gilt auch für die Initiative Thüringens, die Übergangsfrist lediglich um ein Jahr bis Ende 2019 zu verlängern. Rheinland-Pfalz hat am 13.09.2018 einen Antrag eingebracht, der u.a. die Durchführung einer Inhalationsnarkose von anderen Personen als Tierärztinnen oder Tierärzten ins Spiel bringt.
Grünen-Agrarsprecher Friedrich Ostendorff warf der Bundesregierung Versagen vor, weil sie es versäumt habe, eine Strategie für den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration vorzulegen. Mit der Inhalationsbetäubung und der Immunokastration stünden Alternativmethoden zur betäubungslosen Kastration zur Verfügung.

Der Ausgang der Abstimmung im Plenum am 21. September ist offen. Die Tagesordnungspunkte 5 und 99 sind für das Thema vorgesehen. Die Sitzung wird als Schwerpunktthema beschrieben und auf der Startseite des Bundesrates als Livestream übertragen.

Homepage Bundesrat
Bundesrat Kompakt
Sitzung des Bundesrates am 21.09.2018
Artikel agrarheute


STUDIE: ERFAHRUNGEN MIT TOD DES TIERES

An der Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover geht die Arbeitsgruppe Ethik aus dem Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie den Fragen nach, was der Tod eines Tieres für die Besitzer bedeutet und wie sie damit umgehen: Welche Erfahrungen machen sie mit dem Tod, dem Einschläfern, dem Erleben von Verlust und Trauer und der Trauerbewältigung.

Für ihre Doktorarbeit sucht Marion Schmitt Tierbesitzer, die ihre Erfahrungen teilen möchten - dazu können Sie entweder einen Fragebogen ausfüllen und/oder freie Texte, Gedichte, Bilder etc. einsenden.

Fragebogen etc. zum Download.

Kontakt: marion.schmitt@tiho-hannover.de

 


Inhalte Deutsches Tierärzteblatt Oktober 2018

 

Bericht zur Lage

In der Hauptversammlung des 28. Deutschen Tierärztetags stellte der BTK-Präsident am 14.09.2018 diesen Bericht zur Lage vor. Es gilt das gesprochene Wort.

Historischer Exkurs

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) stellte Anfang des letzten Jahrhunderts eine ständige Bedrohung der Rinderbestände dar. Nach Entdeckung des Erregers konnte anfangs zwar noch kein wirksamer Impfstoff gefunden werden, jedoch bestand die Möglichkeit mit dem Serum rekonvaleszenter Rinder eine vorübergehende Schutzwirkung zu erzielen. Die Verabreichung dieses Serums stellte die Tierärzteschaft allerdings vor eine Herausforderung. Wie diese gemeistert wurde, fassen Dr. Klaus Cußler, Dr. Max Bastian und Dr. Albrecht Schwarzmaier hier zusammen.

 

Termine 2018

05. Dezember Präsidium Berlin
06. Dezember Tierärztliche Plattform Tierschutz Berlin

Mit freundlichen Grüßen
Ihre BTK-Geschäftsstelle

 

*Quellen der jeweiligen Artikel sind die angegebenen Links.