Aktueller Rundbrief: Ausgabe 5 – Mai 2021

Hier steht Ihnen der monatliche Rundbrief der BTK-Geschäftsstelle mit Aktuellem rund um die Bundestierärztekammer und den tierärztlichen Beruf zur Verfügung.

BTK fordert Optimierung der Kontrollen auf Schlachthöfen

Die Vorfälle von Tierschutzskandalen auf Schlachthöfen verdeutlichen die Notwendigkeit einer umfassenden Diskussion über die Zukunft der amtlichen Fleischhygieneüberwachung. Die BTK hat bereits wiederholt auf Missstände hingewiesen und Vorschläge zur Verbesserung vorgelegt. Da die Tierschutzverstöße aber nicht abreißen, müssen kurzfristig Maßnahmen ergriffen werden, um die Schlachttier- und Fleischuntersuchung einschließlich der Tierschutzüberwachung in Schlachtbetrieben weiter zu verbessern.

Es ist dringend erforderlich, dass sich Bund und Länder endlich gemeinsam des umfassenden Themas der amtlichen Fleischhygieneüberwachung annehmen. Alle an einer Schlachtstätte tätigen Tierärzt:innen sind verpflichtet, Missstände, die zu vermeidbaren Schmerzen oder Leiden bei Tieren führen können, abzustellen und an die für den Vollzug zuständige Behörde zu melden, damit unverzüglich rechtliche Maßnahmen eingeleitet und vollzogen werden. Um die amtlichen Tierärzt:
innen bei ihrer Tätigkeit zu unterstützen und die Einhaltung ihrer Verpflichtungen zu ermöglichen, müssen zeitnah Maßnahmen ergriffen werden.

Dazu gehören die Einführung der Videoüberwachung, Zulassungsverfahren für Betäubungsgeräte, eine Stärkung der Fachaufsicht auf allen Ebenen und die Qualifizierung und Unterstützung der amtlichen Tierärzt:innen durch die zuständige Behörde.

Weitere Informationen sind in der aktuellen BTK-Stellungnahme „Amtliche Schlachttier-und Fleischuntersuchung: Umfassende Neuorientierung und Optimierung der Kontrollen sind dringend erforderlich!“ festgehalten.

 

Stopp dem illegalen Welpenhandel

Gerade während der Corona-Pandemie hat sich bei vielen Menschen der Wunsch nach einem Haustier verstärkt. Im Internet sind immer häufiger illegale Kaufangebote für Welpen zu finden. Das Problem dabei: Diese Tiere sind häufig zu jung, geschwächt, nicht geimpft und unzureichend sozialisiert. Aufgrund der schlechten Aufzucht und der frühen Trennung sind sie oft krank und entwickeln im späteren Leben Verhaltensstörungen. Begleitpapiere sind vielfach gefälscht. Leider erzeugen diese illegalen Angebote einen Welpenhandel, der kriminelle und betrügerische Machenschaften unterstützt.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) macht gemeinsam mit BTK, dem Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt), dem Bundesverband beamteter Tierärzte (BbT) und der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) auf dieses Problem aufmerksam. Die Aufklärung der potenziellen Käufer:innen stellt ein wichtiges Handlungsfeld dar. Das BMEL hat mit der Verbraucherinformation „Stopp dem illegalen Welpenhandel“ die Problematik in die breite Öffentlichkeit getragen. Anzeigen und weitere Maßnahmen sollen zusätzlich darüber aufklären, was getan werden kann, um unseriösen Anbieter:innen das Handwerk zu legen.

Das Vorgehen gegen den illegalen Welpenhandel ist schwierig. Überwacht werden das Tierschutz- und das Tiergesundheitsrecht in Deutschland durch die zuständigen Landesbehörden. Um diese in ihrem Kampf gegen den illegalen Welpenhandel zu unterstützen, hat das BMEL Hinweise zur besseren Überwachung von Tierangeboten im Internet übermittelt und setzt sich in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe dafür ein, dass eine zentrale Recherchestelle der Länder für die Überwachung des Onlinehandels mit Tieren eingerichtet wird. Ergänzt wird die Überwachung des Onlinehandels durch Kontrollen vor Ort. Um diese noch effektiver zu gestalten, wurde unter Leitung des BMEL ein Leitfaden für die Behörden erarbeitet, um Verstöße beim Handel mit Hunden und Katzen schneller zu erkennen.

 

Diskussion einer Untergruppe der "EU-Plattform für Tierschutz" mit Facebook über den Hasutierverkauf im Internet

Da festgestellt wurde, dass in mehreren geschlossenen Gruppen bei Facebook Haustiere ohne Kontrollen oder Aufsicht verkauft werden, fand unter dem Vorsitz der Federation of Veterinarians of Europe (FVE) ein Treffen statt, an dem Regierungsvertreter aus acht Ländern und mehreren Nichtregierungsorganisationen (NGO) teilnahmen. Ziel war es, mehr Informationen darüber zu sammeln, wie Facebook seine Richtlinien durchsetzt. Obwohl Facebook Kontrollen für Live-Tierwerbung und bezahlte Werbung hat, liegt der Inhalt geschlossener Gruppen in der Verantwortung des Gruppenadministrators.

Darüber hinaus ist Facebook stark darauf angewiesen, dass Nutzer über illegale oder gegen seine Richtlinien verstoßende Inhalte informieren. Es wurde betont, dass es gut wäre, wenn Facebook proaktiv das Bewusstsein für sein Verkaufsverbot von Tieren schärfen und die Aktivitäten innerhalb geschlossener Gruppen besser regulieren und kontrollieren würde (z. B. durch den Einsatz vertrauenswürdiger Melder, sog. Flagger). Die FVE wird dieses Problem weiterhin zusammen mit anderen Interessenträgern überwachen.

 

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Umfrage zur tierärztlichen Versorgungslage von Rindern und Schweinen in Bayern

In den letzten Jahren ist ein deutlicher Abwärtstrend bei der Zahl niedergelassener Nutztierpraktiker:innen zu erkennen (BTK 2020). Angesichts der Altersstruktur dieser Berufsgruppe wird befürchtet, dass sich dieser Trend in den nächsten 5 bis 10 Jahren verschärfen könnte. Die damit zusammenhängende tierärztliche Versorgung der Nutztiere, v. a. im ländlichen Raum, wird daher mit wachsender Sorge betrachtet.

Hierzu hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz das „Zukunftskonzept Landtierärzte“ vorgestellt. Einer der – insgesamt fünf – Punkte dieser Strategie umfasst eine groß angelegte Bedarfsanalyse zur aktuellen und zukünftigen veterinärmedizinischen Versorgungslage von Nutztieren in Bayern. Anhand der Ergebnisse sollen später Lösungsansätze entwickelt werden, um die Tiergesundheit und den Tierschutz in der Nutztierhaltung langfristig sicherzustellen (Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz 17.11.2020).

Die mit der Bedarfsanalyse beauftragte Tierärztliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München führt hierzu eine umfassende Umfrage unter aktuell praktizierenden Tierärzt:innen (inkl. Kolleg:innen in Elternzeit), die Rinder- oder Schweinehaltungen in Bayern betreuen bzw. Rinder oder Schweine in Bayern behandeln, durch. Praxisinhaber:innen und angestellte Tierärzt:innen sind hierbei gleichermaßen gefragt.

Zur Umfrage: https://nutztieraerztemangel.limesurvey.net/213188?lang=de

Ansprechpartnerinnen:

Kim Usko und Ines Casper

Tierärztinnen, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Studiendekanat, Tierärztliche Fakultät LMU München

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Informationsflyer zum Tierkauf im Internet

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) hat den neuen Informationssflyer „Tiere aus dem Internet – Kaum gekauft – schon gestorben …“ herausgegeben.

Aufgrund der Corona-Pandemie mit weitreichenden Kontakt- und Einkaufsbeschränkungen boomt der Tierhandel als solches und ganz besonders der über die digitalen Medien. Der Flyer informiert sowohl über rechtliche Regelungen beim Onlinehandel als auch Welpen- und sogar Wildtierhandel im Internet.

· Flyer „Tiere aus dem Internet – Kaum gekauft – schon gestorben…“ (Erscheinungsdatum: 30.04.2021)

 

Verlängerung der Vereinfachungen aufgrund der Corona-Pandemie

Bereits Anfang März 2020 hat die Akademie für tierärztliche Fortbildung (ATF) ein vereinfachtes Verfahren für die Anerkennung abgesagter Präsenzveranstaltungen entwickelt, die in Onlineseminare umgewandelt wurden. Im Anschluss wurden die befristeten Erleichterungen fortgeschrieben und erweitert.

Gemäß Beschluss des ATF-Vorstands vom 19.05.2021 gelten die ursprünglich bis Ende Juni befristeten Ausnahmeregelungen nun bis zum 31.12.2021 (Datum der Antragstellung). Damit können die bewährten und gut angenommenen Regularien auch weiterhin für ein umfassendes Fortbildungsangebot unter den besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie sorgen, wenn immer noch viele Präsenzfortbildungen aufgrund von Kontaktbeschränkungen und Hygieneanforderungen entfallen müssen.

Ausführliche Informationen zu den Kriterien für das vereinfachte Anerkennungsverfahren für ausgewählte Fortbildungsangebote (Hybrid-Veranstaltungen und Live-Onlineseminare ohne Aufzeichnung) wurden im DTBl. 9/2020, S. 1086 veröffentlicht und sind auch online zu finden.

 

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Untersuchung der Bedeutung von Tierquälerei als Risikofaktor in der deutschen Strafjustiz

Katrin Preißler, Doktorandin am Institute of Criminal Justice Studies an der University of Portsmouth, England, sucht Teilnehmende für ihre Studie mit dem Titel „Eine Untersuchung der Bedeutung von Tierquälerei als Risikofaktor in der deutschen Strafjustiz. Eine Studie der Polizei, Bewährungshilfe, Strafverfolgung und Veterinäre.“.

Die Studie untersucht die Bedeutung von Tierquälerei als Risikofaktor in der deutschen Strafjustiz. Die Forschung habe gezeigt, dass es einen möglichen Zusammenhang von Gewalt gegenüber Tieren und Gewalt gegenüber Menschen gibt. Diese Studie beabsichtigt professionelle Meinungen und Vorgehensweisen auf diesem Gebiet zu erforschen. Deswegen werden u. a. Tierärzt:innen als Teilnehmende gesucht, die in Deutschland arbeiten. Die Teilnahme an der Studie beinhaltet, sich via audiovisueller Medien (wie Zoom, Skype, Google Meet, FaceTime etc.) interviewen zu lassen (ca. eine Stunde). Alle Interviews werden in deutscher Sprache durchgeführt.

Falls Sie als Interviewpartner zur Verfügung stehen können, melden Sie sich bitte bei Katrin Preißler, katrin.preissler@port.ac.uk.

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Inhalte Deutsches Tierärzteblatt Juni 2021

 

Zukunft der tierärztlichen Fortbildung

In einer zweiteiligen Umfrage der Akademie für tierärztliche Fortbildung (ATF) konnten sich sowohl Tierärzt:innen als auch die Landes-/Tierärztekammern, tierärztliche Vereine und Verbände sowie Fortbildungsanbieter zum Thema Zukunft der tierärztlichen Fortbildung äußern. Die Umfrageergebnisse werden hier von Dr. Annika Tischer, Dr. Diane Hebeler und Prof. Dr. Axel Wehrend vorgestellt.

 

EU-Tiergesundheitsrecht

In diesem zweiten Teil der Informationen zum EU-Tiergesundheitsrecht, das seit 21.04.2021 in allen EU-Mitgliedstaaten anzuwenden ist, beleuchtet ein Autorenteam um Dr. Yvonne Gall vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die neuen Regelungen zur Bekämpfung der Bovinen Virusdiarrhoe (BVD).

 

Arzneimittelversorgung

Arzneimittel-Lieferengpässe kommen aus unterschiedlichen Gründen leider immer wieder vor. Wie es – rein subjektiv – Ende 2019/Anfang 2020 um die Versorgung mit Arzneimitteln in der Pferdemedizin stand, wurde anhand einer Umfrage der Gesellschaft für Pferdemedizin (GPM) erörtert. Die Ergebnisse sind hier von Dr. Susanne Pichon und Dr. Rainer Lotze zusammengefasst.

Termine 2021

 
  31. Mai   Ausschuss für Pferde

Videokonferenz 

  1. Juni   AG Leistungszucht Nutztier

Videokonferenz

  2. Juni   Ausschuss für Tierseuchen (Konstituierung)

 N.A.

  3. Juni   AG GOT

Telefonkonferenz

  4. Juni   Ausschuss Schweine

Videokonferenz

  8. Juni   Erweitertes Präsidium

Videokonferenz

  9. Juni

  AG GOT Telefonkonferenz

  9. Juni 

  Arbeitskreis Bundesweiterbildung Videokonferenz

  22. Juni

  Ausschuss für Versuchstierkunde Videokonferenz

  21. Juli

  ATF-Vorstand Berlin/Videokonferenz

  16./17. September

  Erweitertes Präsidium Berlin

  17./18. September

  Delegiertenversammlung Berlin



Termine 2022

  15./16. September   29. Deutscher Tierärztetag

Berlin

Termine ATF-Fortbildungen/Gemeinschaftsveranstaltungen

Präsenzveranstaltungen

Online-Fortbildungen

 

 

Bleiben Sie gesund!

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihre BTK-Geschäftsstelle

 

*Quellen der jeweiligen Artikel sind die angegebenen Links.