Aktueller Rundbrief: Ausgabe 9 – September 2020

Hier steht Ihnen der monatliche Rundbrief der BTK-Geschäftsstelle mit Aktuellem rund um die Bundestierärztekammer und den tierärztlichen Beruf zur Verfügung.

 

ANKUNFT DER ASP IN DEUTSCHLAND

Was vermutlich nur eine Frage der Zeit war, ist nun eingetreten. Am 11. September bestätigt das Friedrich-Löffler-Institut einen ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf deutschem Boden. Der positiv getestete Wildschwein-Kadaver wurde am 10. September im Landkreis Spree-Neiße gefunden. In dem daraufhin bestimmten gefährdeten Gebiet wurden bis zum 30. September 36 weitere infizierte Wildschweine gefunden. Ein infizierter Wildschweinkadaver wurde außerhalb des gefährdeten Gebietes im Landkreis Märkisch Oderland, nur wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt, aufgefunden. Insgesamt belaufen sich die bestätigten Fälle damit auf 38. Die Hausschweinbestände in Deutschland sind nach wir vor frei von der ASP. Eine entsprechende Anpassung der bestehenden Schutzzonen und Schutzmaßnahmen muss nun erfolgen, um eine Weiterverbreitung der Seuche zu verhindern.

 

REGISTRIERKASSE: STAND DER DINGE

Die Frist der Nichtbeanstandungsregelung für die Umstellung von Registrierkassen auf eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung endet am 30.09.2020. Damit müssen für bereits vorhandene elektronische Kassensystem die notwendigen Anpassungen und Aufrüstungen vom 01.10.2020 an umgesetzt sein.
Abweichend von der Bundesregelung haben einige Bundesländer eine weitere kurze Fristverlängerung eingeräumt. Ob und wie lange diese in Ihrem Bundesland gilt, erfahren Sie bei Ihrer zuständigen Landesfinanzverwaltung. Bitte informieren Sie sich dort!
Eine allgemeine Registrierkassenpflicht gilt jedoch weiterhin nicht!

 

FERKELKASTRATION UNTER ISOFLURANNARKOSE – MERKBLATT ZUR ANLEITUNG DER PRAXISPHASE VERÖFFENTLICHT

Trotz ausdrücklicher Ablehnung von Seiten der BTK, regelt die Ferkelbetäubungssachkundeverordnung (FerkBetSachkV) seit dem 16.01.2020 die Betäubung von Ferkeln zum Zweck der Kastration durch andere sachkundige Personen als Tierärzte. Um den erforderlichen behördlichen Sachkundenachweis zu erhalten, muss nach einem mindestens 12-stündigen Lehrgang mit theoretischer Prüfung eine Praxisphase absolviert werden, um zur praktischen Prüfung zugelassen zu werden. Die Praxisphase ist in § 7 Abs. 3 FerkBetSachkV näher geregelt.
Um Tierärzte zu unterstützen, die Schweinehaltungen betreuen und vom Tierhalter gebeten werden, die Praxisphase anzuleiten, hat die Arbeitsgemeinschaft Tierschutz der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV AGT) auf Grundlage der FerkBetSachkV sowie dem Merkblatt 454 der Deutschen Lanwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ein Merkblatt mit Hinweisen hinsichtlich der zu vermittelnden Fähigkeiten der sachkundigen Person veröffentlicht. Zusätzlich enthält das Merkblatt als Anlage eine Muster-Bescheinigung, die der Person nach Absolvieren der Praxisphase für die Anmeldung zur praktischen Prüfung ausgestellt werden muss. Zur Abnahme der praktischen Prüfung kann sich jede Tierärztin/jeder Tierarzt durch die Behörde bestellen lassen, sofern nicht eine persönliche oder wirtschaftliche Beziehung zum Prüfling besteht.

 

WEST-NIL-VIRUS AKTUELL

Auch im Jahr 2020 tritt das West-Nil-Virus (WNV) wieder in den ostdeutschen Regionen Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen auf. Aus diesen Bundesländern sind auch schon in den vergangenen zwei Jahren Fälle gemeldet worden. Neben den bereits durch das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Humaninfektionen werden weitere Erkrankungsfälle bei Vögeln und Pferden erwartet. Pferdehaltern wird geraten, die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) zu beachten.

 

EFSA STARTET ASP-KAMPAGNE

Mit der Kampagne „Stoppt die Afrikanische Schweinepest" möchte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) das Bewusstsein bezüglich der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Südosteuropa stärken und damit die weitere Verbreitung der Seuche eindämmen. Mit Hilfe von eingängigem Text- und Bildmaterial informiert die neu eingerichtete Webseite über die ASP, ihre typischen Symptome sowie die einzuleitenden Maßnahmen im Falle eines Verdachts.

 

ERSTES MUD-TIERSCHUTZPROJEKT ZU NEUWELTKAMELIDEN

An der Justus-Liebig-Universität Gießen ist in Kooperation mit dem Verein der Züchter, Halter und Freunde von Neuweltkameliden e. V. als Teil der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz das Projekt zur „Erarbeitung und Etablierung eines mehrstufigen Tiergesundheitsmanagements für Betriebe mit Neuweltkameliden" gestartet. Ziel ist es, einen Tiergesundheitsmanagementplan zu erstellen und zu etablieren, um die Situation von Tierschutz, Tierwohl und Tiergesundheit in Neuweltkameliden-haltenden Betrieben zu verbessern.

Im ersten Schritt wird mit einem Fragebogen für Tierhalter der Status quo zur Verteilung von Alpaka und Lama sowie Rassen- und Altersstruktur mit Haltungssituation erhoben. Darüber hinaus wird ein Fragebogen für praktizierende Tierärzte über die Themen Bestandsbetreuung und Gesundheitsmanagement bereitgestellt sowie für Veterinärämter bzw. übergeordnete Stellen, um zu ermitteln, welche Mängel in der Tierhaltung bei staatlichen Kontrollen von Neuweltkameliden-haltenden Betrieben aufgefallen sind. Alle Fragebögen sind abrufbar unter: www.nwk-projekt.de.
Aus den gesammelten Daten wird ein Maßnahmenplan erstellt, der auf ausgewählten Referenzhöfen umgesetzt werden soll, um diesen zu erproben und anschließend zu evaluieren und entsprechend zu optimieren. Hierzu werden zehn Projektbetriebe benötigt, die als landwirtschaftlicher Betrieb gemeldet sind und Interesse an der Mitarbeit beim Projekt haben.

Rückfragen, Anregungen und Wünsche bitte an: Dr. Henrik Wagner (Projektleiter), Tierärztinnen Alina Leisen und Lisa Ulrich (wissenschaftliche Mitarbeiterinnen), Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz der Justus-Liebig-Universität Gießen, Tel. +49 641 99387-36, projekt@nwk-verein.de.

 

UMFRAGE ZUM THEMA QUALZUCHT

Im Rahmen eines Dissertationsprojektes führt die Justus-Liebig-Universität Gießen eine Befragung von Tierärzten zum Thema „Qualzuchtrassen bei Hunden und deren illegale Importe" durch. Untersucht werden sollen die Verbreitung sowie der Import von Qualzuchtrassen bei Hunden unter Berücksichtigung der ethischen Vertretbarkeit des Handels in Bezug auf deren gesundheitliche Probleme. Weiteres Ziel der Befragung ist die Beleuchtung der Koordinierung der deutschen und europäischen Gesetzgebung in Bezug auf Zucht, Internethandel, Import und Verbringen von Welpen.

 

PROJEKT CORONA-SPÜRHUNDE – WEITERE STUDIENTEILNEHMER/INNEN GESUCHT

In Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf führt die Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover ein Projekt zur Erkennung von SARS-CoV-2 durch speziell darauf trainierte Hunde durch. Nachdem bereits der erste Durchgang dieses Projektes gezeigt hatte, dass die Hunde in der Lage sind, zwischen Proben SARS-CoV-2-infizierter Menschen und Kontrollproben zu unterscheiden, bittet die Klinik für Kleintiere der TiHo Hannover für das weitere Training der Hunde um Proben infizierter Personen (s. u.). Ziel dieser zweiten Trainingsphase ist zu prüfen, ob den Hunden auch eine weitere, über SARS-CoV-2-infiziert oder -nicht-infiziert hinausgehende, Differenzierung gelingt.
Dafür sucht das Forscherteam folgende Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer, die Proben zur Verfügung stellen: 

  • Mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierte Personen mit Symptomen
  • Mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierte Personen ohne Symptome
  • Personen mit anderen Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Grippe, Bronchitis etc.

Wer die Studie unterstützen möchte, wird gebeten, sich hier zu melden: vae.kleintierklinik@tiho-hannover.de

________________________________________

 

 


Inhalte Deutsches Tierärzteblatt Oktober 2020

 

Digitalisierung

Nach den Ergebnissen einer Umfrage des Dessauer Zukunftskreises sind Tierärzte und tierärztlicher Nachwuchs nach eigenen Einschätzungen nur zum Teil auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorbereitet. Insbesondere vor dem Hintergrund des immer lauter werdenden Rufs nach mehr Telemedizin ist dies als Weckruf zu verstehen.

Tätigkeitsbericht

Aufgrund der Corona-Pandemie musste auch die Herbst-Delegiertenversammlung der BTK abgesagt werden. Doch wie im Frühjahr wird der Tätigkeitsbericht des Präsidenten Dr. Uwe Tiedemann dennoch veröffentlicht.

Konsililarlabor

In der sechsten Folge unserer Serie stellen Dr. Patricia König und Kolleginnen das von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) ernannte Konsiliarlabor für Rabbit Haemorrhagic Disease Virus am Friedrich-Loeffler-Institut, Greifswald – Insel Riems, vor.

 

Termine 2020

 
5. Oktober  Ad-hoc-AG GOT  Telefonkonferenz
6. Oktober Ad-hoc-AG Qualzucht Kleintier Telefonkonferenz
26. Oktober Ad-hoc-AG GOT Telefonkonferenz
28. Oktober BTK-Präsidium  

 

 

 

Bleiben Sie gesund!

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihre BTK-Geschäftsstelle

 

*Quellen der jeweiligen Artikel sind die angegebenen Links.