30. Deutscher Tierärztetag in Dortmund, 9./10. Oktober 2025

Der Deutsche Tierärztetag ist das wichtigste berufspolitische Gremium der Deutschen Tierärzteschaft. Er findet alle drei Jahre statt und steht allen Tierärztinnen und Tierärzten zur Teilnahme offen. In Arbeitskreisen werden die zuvor von der BTK-Delegiertenversammlung festgelegten Themen diskutiert und richtungweisende Forderungen an geeignete Adressaten, wie die Politik und den Berufsstand, formuliert. Diese Forderungen werden auf der Hauptversammlung des Deutschen Tierärztetags abgestimmt. Stimmberechtigt sind die Delegierten des Deutschen Tierärztetags, zu denen die BTK-Delegierten sowie zusätzliche Delegierte aus den Landes-/Tierärztekammern, den Beobachterorganisationen und auf Antrag auch anderer tierärztlicher Organisationen gehören.

Die erarbeiteten und abgestimmten Beschlüsse der Arbeitskreise stehen hier zum Download zur Verfügung.

 

Arbeitskreis 1 „Tierschutz im Pferdesport“:

Pferdesport fasziniert Menschen seit der Antike, doch das Pferd kann sich – anders als der Mensch – nicht freiwillig für diese Nutzung entscheiden. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung für Pferdebesitzer:innen und Tierärzt:innen. Gerade die Tierärzteschaft ist gefordert, Gesundheit und Wohlbefinden der Pferde zu schützen – gestützt durch den seit 2002 im Grundgesetz verankerten Tierschutz. Tierschutzverstöße werden heute weder rechtlich noch gesellschaftlich akzeptiert. Während frühere Skandale die Rolle der Tierärzt:innen im Pferdesport stärkten, ist zuletzt eine Schwächung dieser Position erkennbar, etwa durch reduzierte Anwesenheitspflichten bei Veranstaltungen (FN LPO 2024). Angesichts bekannter und vielfach unerkannter Verstöße ist ein aktives, sichtbares Engagement der Tierärzteschaft notwendig, um den Tierschutz zu sichern und die gesellschaftliche Akzeptanz des Pferdesports zu erhalten.

Beschlüsse

Arbeitskreis 2 „Tierschutz in der Kleintierpraxis“:

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit gehören tierschutzrelevante Befunde heute auch im Kleintierbereich zum Alltag. Tierärzt:innen stehen dabei oft allein zwischen gesetzlichen Vorgaben, ethischen Erwartungen, Halterwünschen und wirtschaftlichen Zwängen. Probleme wie Adipositas, Zahnleiden, unerkannte Schmerzen, Qualzucht oder Verwahrlosung haben häufig dieselbe Ursache: Unwissenheit oder Verdrängung. „Dr. Google“ und Social Media verschärfen die Kluft zwischen Wunschbild und Realität und führen zu schwierigen Gesprächs- und Entscheidungssituationen. Ein realistischer, praxisnaher Umgang mit diesen Herausforderungen ist dringend erforderlich.

Beschlüsse

Arbeitskreis 3 „Tierschutz im Amt“:

Während früher Tierseuchenbekämpfung und Lebensmittelüberwachung dominierten, nimmt die Tierschutzüberwachung heute einen zentralen Platz in der Veterinärverwaltung ein und ist für viele Tierärzt:innen eine wesentliche Motivation. Funktionierender staatlicher Tierschutz erfordert dabei gute Arbeitsbedingungen, die sich in den letzten Jahren jedoch deutlich verschlechtert haben. Externe Belastungen wie Gewaltandrohungen, mediale Kritik und moralischer Druck treffen auf interne Probleme wie konkurrierende Rechtsvorschriften, fehlende Fachkenntnisse in der Justiz und mangelnde Rückendeckung in der Verwaltung. Zugleich bleibt die Frage nach gesellschaftlicher und beruflicher Wertschätzung. Trotz aller Herausforderungen engagieren sich viele Kolleg:innen mit großer Leidenschaft erfolgreich für den Tierschutz.

Beschlüsse

Arbeitskreis 4 „Tierschutz in der Nutztierhaltung“:

Kleine Wiederkäuer und Neuweltkamele haben sich in Haltung, Nutzung und Bestandsentwicklung stark verändert. Während Schafe und Ziegen deutlich zurückgehen, nehmen Alpakas und Lamas stark zu. Gleichzeitig bestehen erhebliche Defizite in der veterinärmedizinischen Versorgung: Es fehlen spezialisierte Tierärzt:innen, und juristische Hürden erschweren eine angemessene Arzneimitteltherapie. Dies begünstigt züchterische Ausweichstrategien, etwa Parasitenresistenz oder kurze Schwänze beim Schaf. Bei Neuweltkamelen steht hingegen häufig ein „hübscher“ Phänotyp statt Gesundheit im Vordergrund, was tierschutzrelevant kritisch zu bewerten ist. Tierschutzfragen werden behördlich uneinheitlich behandelt; für Alpakas und Lamas fehlen bislang grundlegende Bewertungsmaßstäbe.

Beschlüsse

Anträge und Beschlüsse

 

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